Kölner Masche

Als Kölner Masche bezeichnet man die betrügerische Aquisition von Werbeanzeigen, wobei auf der Geschädigtenseite allerdings eine große Portion Dummheit vorhanden sein muß.

Die Masche läuft nach folgendem Schema ab:

Der Telefonverkäufer einer Werbeagentur ruft einen Kunden an. Dieser Kunde hat in der Vergangenheit auf einer Werbetafel einer anderen Agentur eine Anzeige geschaltet. Der Telefonverkäufer erklärt, es gehe um die Weiterschaltung dieser Anzeige. Wenn der Kunde nun sagt, er habe kein Interesse an einer weiteren Anzeige, erklärt ihm der Verkäufer, dies sei kein Problem. Er werde ein Telefax übersenden. Er fragt verschiedene Daten des Kunden ab, unter anderem Kontonummer und übersendet das Telefax. Der Kunde soll dies unterschreiben und zurücksenden. Auf den ersten Blick sieht das Telefax tatsächlich aus, als solle eine Anzeigenschaltung stornert werden. Aus dem Text ergibt sich allerdings, daß es sich um den einmaligen Auftrag zur Schaltung einer Anzeige handelt. Mit Unterschrift gibt der Kunde gleichzeitig eine Abbuchungserlaubnis. Sendet er das Telefax zurück, wird wenige Tage später der Rechnungsbetrag vom Konto abgebucht. Im Einzelfall entsteht dem Kunden ein Schaden in Höhe von 400 ? bis ca 1.000 ?. Eine Anzeige wird nie gedruckt.

Die Werbeagenturen – meist GmbH in Gründung – bestehen immer nur für einige Monate und lösen sich dann in Wohlgefallen auf. Erstaunlich ist es, daß die Telefonverkäufer es innerhalb dieser kurzen Zeit schaffen, ein Anzeigenvolumen im 7stelligen Bereich zu aquirieren.


Geschädigte dieser Kölner Masche sind erstaunlicherweise Gewerbetreibende und Freiberufler.